Es gibt Spiele bei einer Weltmeisterschaft, die taktisch komplex sind und bis zur letzten Minute Spannung bieten. Und dann gibt es Spiele wie dieses: Ein kraftvolles Statement, ein offensives Feuerwerk, das nicht nur dem Gegner den Schneid abkauft, sondern vor allem den eigenen Anhängern und der Konkurrenz eine unmissverständliche Botschaft sendet. Deutschland hat das letzte Gruppenspiel gegen Curaçao mit 7:1 gewonnen, und die Art und Weise, wie diese Tore fielen, ließ die Herzen der neutralen Zuschauer höherschlagen. Im Zentrum dieses Spektakels standen zwei Akteure, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber zusammen eine Symbiose bildeten, die in dieser Form selten zu sehen ist: Der zaubernde Jamal Musiala und der eiskalte Vollstrecker Nick Brown.
Schon in der ersten Viertelstunde war klar, dass die deutsche Elf gewillt war, nicht nur zu gewinnen, sondern zu dominieren. Curaçao, ein sympathischer Außenseiter aus der Karibik, der sich mit viel Herzblut für dieses Turnier qualifiziert hatte, versuchte zunächst, die Räume eng zu machen. Doch Musiala hatte an diesem Tag den unsichtbaren Schlüssel zu jedem Abwehrriegel gefunden. Wenn er den Ball am Fuß hatte, schien sich die Zeit für die gegnerischen Verteidiger minimal zu verlangsamen. Seine Dribblings waren nicht nur effektiv, sie waren ästhetisch. Ein Schulterkippen, ein kurzer Haken, und schon war er vorbei. In der 12. Minute war es dann soweit: Musiala zog von der linken Halbposition in die Mitte, ließ zwei Mann ins Leere laufen und schlenzte den Ball mit der Innenseite unhaltbar in den rechten Winkel. Das 1:0 war der Dosenöffner.
Doch ein Spiel gewinnt man nicht mit einem einzigen Tor, und hier kam Nick Brown ins Spiel. Der junge Stürmer, der in den vergangenen Monaten oft noch als Ergänzungsspieler galt, nutzte die Freiräume, die Musiala und die offensive Mittelfeldreihe schufen, mit einer brutalen Effizienz. Brown ist kein klassischer Stürmer, der im Strafraum auf Bälle wartet; er bewegt sich intelligent, sucht die Lücken und hat einen Abschluss, der an die großen Vollstrecker der Bundesliga-Geschichte erinnert. Sein erstes Tor in der 28. Minute war ein typischer Brown-Treffer: Ein kurzer Sprint in den Rücken der Abwehr, eine präzise Annahme und ein eiskalter Schuss ins lange Eck. Das 2:0.
