Home Geldwelt EZB unter Druck: Inflation sinkt, aber der Mittelstand spürt nichts davon

EZB unter Druck: Inflation sinkt, aber der Mittelstand spürt nichts davon

by cms@editor

Die Europäische Zentralbank (EZB) atmet auf: Die Inflationsrate im Euro-Raum ist auf das Ziel von zwei Prozent zurückgekehrt. Die geldpolitische Wende scheint gelungen, die Zinsen können stabilisiert oder sogar leicht gesenkt werden. Doch während die Notenbanker in Frankfurt und die Ökonomen in den Hauptstädten den Rückgang der Teuerungsrate feiern, herrscht in der realen Wirtschaft, besonders im deutschen Mittelstand, keine Euphorie. Die Diskrepanz zwischen makroökonomischen Kennzahlen und der mikroökonomischen Realität könnte kaum größer sein.

Das Problem ist die sogenannte gefühlte Inflation. Auch wenn die offiziellen Zahlen sinken, haben sich die Preise für viele Vorleistungen, Energie und Dienstleistungen auf einem hohen Niveau eingependelt. Ein deutsches Familienunternehmen, das im letzten Jahr noch mit massiven Preissteigerungen bei Rohstoffen und Strom zu kämpfen hatte, spürt keine Entlastung. Die Kosten sind nicht gesunken, sie sind nur nicht mehr so rasant gestiegen. Gleichzeitig zwingt der globale Wettbewerb die Unternehmen dazu, diese höheren Kosten nicht vollständig an die Kunden weiterzugeben. Die Margen schmelzen dahin.

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